Champions League

Trotz Blaswich-Paraden: Bayers Königsklassen-Traum geplatzt

17. März 2026 , 23:15 Uhr

Der Leverkusener Torhüter hält die Werkself lange im Spiel, doch der englische Spitzenreiter ist für den Bundesligisten eine Nummer zu groß. Die Europa-Reise ist für Bayer in London beendet.

Nachdem der Traum vom ersten Königsklassen-Viertelfinale seit 24 Jahren für Bayer Leverkusen geplatzt war, gab es trotzdem viel Applaus von den 3000 mitgereisten Fans. Der englische Premier-League-Spitzenreiter FC Arsenal war eine Nummer zu groß, auch ein überragender Bayer-Keeper Janis Blaswich konnte das 0:2 (0:1) im Achtelfinal-Rückspiel nicht verhindern. Damit verbleibt aus deutscher Sicht nur noch der FC Bayern im Champions-League-Wettbewerb.

Nach dem 1:1 im Hinspiel machte der haushohe Favorit, der in der Ligaphase alle acht Spiele gewann, durch Tore von 70-Millionen-Euro-Einkauf Eberechi Eze (36.) und Declan Rice (63.) das Weiterkommen perfekt. Im Viertelfinale treffen die Gunners nun auf Sporting Lissabon. Bayer muss dagegen weiter auf das erste Viertelfinale seit 2002 warten, als Michael Ballack und Co. sogar bis ins Finale gestürmt waren.

«Ich habe versucht, der Mannschaft zu helfen. Wir können hier trotzdem erhobenen Hauptes rausgehen und stolz auf uns sein. Wir haben noch Ziele zu erreichen in der Bundesliga und im Pokal», sagte der starke Blaswich bei Prime Video und fügte hinzu: «Es war ein komplett anderes Spiel als das Hinspiel. Wir hatten uns viel vorgenommen. Es war teilweise gut. Teilweise hätten wir Dinge besser machen müssen in der ersten Halbzeit. Aber es war nicht einfach hier.»

Blaswich hält Bayer lange im Spiel

Bis tief in die erste Halbzeit hinein durfte die Werkself auf den Coup hoffen, denn Schlussmann Blaswich wuchs mehrmals über sich hinaus und entschärfte mehrere gute Arsenal-Chancen. «In der ersten Halbzeit haben wir viele gute Chancen zugelassen, da können wir uns bei Janis bedanken. Das brauchst du in so einem Spiel aber auch», sagte Bayer-Kapitän Robert Andrich. Die cleverere und effektivere Mannschaft habe gewonnen.

Die Engländer präsentierten sich nach dem müden Auftritt vor Wochenfrist in der BayArena, als der Ex-Leverkusener Kai Havertz durch ein Elfmeter-Tor kurz vor Schluss den Ausgleich erzielt hatte, dieses Mal von ihrer besseren Seite. Die Londoner drängten Bayer bis an den eigenen Strafraum zurück, kamen auch dank ihrer Stärken bei den Standards immer wieder zum Abschluss. Hinzu kam, dass die Leverkusener zu schnell die Bälle hergaben und so kaum für Entlastung sorgen konnten.

Der deutsche Nationalspieler Havertz musste sich das Geschehen lange von der Bank aus ansehen. Nach langer Verletzungspause bleiben für den Offensivstar derzeit nur Kurzeinsätze. So auch am Dienstag: In der 69. Minute kam Havertz gegen seinen langjährigen Club ins Spiel und damit zu seinem 100. Auftritt im Arsenal-Trikot. 

Dauerdruck der Gunners

Erstmals im Blickpunkt stand Blaswich beim Schuss von Leandro Trossard (16.), den der Bayer-Keeper genauso wie einen Freistoß von Rice (23.) und einen guten Abschluss von Bukayo Saka (27.) entschärfte. Die Qualität der Arsenal-Chancen nahm aber zu. Einen Trossard-Schuss entschärfte Blaswich mit einem starken Reflex (29.), kurz darauf war er gleich zweimal zur Stelle, als es im Bayer-Strafraum drunter und drüber ging (32.).

Kurz darauf war es aber doch passiert: Bei einem fulminanten Schuss von Eze, den Arsenal im Sommer von Crystal Palace geholt hatte, war der 34 Jahre alte Keeper chancenlos. Dabei ist Blaswich eigentlich nur der Stellvertreter des derzeit verletzten Stammtorhüters Mark Flekken. «Das ist sehr bitter. So oft macht er den nicht, auch wenn er sehr viel Qualität hat», meinte Blaswich zum Tor.

Keine Durchschlagskraft bei Leverkusen

Die Leverkusener mussten sich etwas einfallen lassen, sollte die Europa-Reise in der englischen Hauptstadt nicht enden. Bayer wurde im zweiten Durchgang auch etwas mutiger, es fehlte allerdings die Durchschlagskraft. Besser machten es die Gastgeber: Als Bayer den Ball in der Defensive nicht richtig klären konnte, war Rice von der Strafraumgrenze mit einem platzierten Schuss zur Stelle. 

Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand brachte mit Torjäger Patrik Schick seine letzte Trumpfkarte – ohne Erfolg. Stattdessen lag auf der Gegenseite der Ball wieder im Tor, allerdings war Havertz mit der Hand am Ball, sodass der Treffer nicht zählte. Damit bleibt Leverkusen nur noch eine Titelchance: Im DFB-Pokal geht es im Halbfinale gegen den FC Bayern. Arsenal kann indes am Sonntag im Ligapokal-Finale gegen Manchester City den ersten Titel in dieser Saison klarmachen.

Quelle: dpa

 

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