Druck auf Trump wächst

US-Repräsentantenhaus stimmt gegen Iran-Krieg

04. Juni 2026 , 01:53 Uhr

Das US-Repräsentantenhaus will Präsident Trump beim Einsatz von Truppen gegen den Iran Grenzen setzen. Für den US-Präsidenten ist das ein gefährliches Zeichen.

Das US-Repräsentantenhaus hat für den Abzug des Militärs aus Kampfhandlungen mit dem Iran gestimmt und damit den politischen Druck auf Präsident Donald Trump erhöht. Für einen Kampfeinsatz sei eine formelle Kriegserklärung durch den Kongress nötig, hieß es in der Resolution. Ausgenommen seien Einsätze, die zur Verteidigung der USA oder eines Verbündeten gegen unmittelbar bevorstehende Angriffe erforderlich seien. Für den Entschluss stimmten 215 Abgeordnete, 208 sprachen sich dagegen aus. Vier Abgeordnete von Trumps Republikanern stimmten mit den Demokraten und verhalfen deren Vorlage damit zum Erfolg.

Die Resolution hat keine unmittelbare Konsequenz für den US-Kurs gegenüber dem Iran, zeigt aber den steigenden politischen Druck auf Trump – zumal in fünf Monaten die Zwischenwahlen zum Kongress bevorstehen. Immer mehr Republikaner wenden sich nun offen gegen Trumps Kriegsstrategie. 

Aktuell gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe und es laufen Verhandlungen über ein mögliches Rahmenabkommen für ein Kriegsende. Trotzdem kam es in den vergangenen Tagen immer wieder zu gegenseitigen Angriffen.

Die Resolution des Repräsentantenhauses müsste nun noch vom Senat, der anderen Parlamentskammer, verabschiedet werden. Selbst falls es dazu kommen sollte, könnte der Präsident sein Veto gegen einen Entschluss beider Kammern einlegen. Um das Veto zu überstimmen, wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig – was sehr unwahrscheinlich erscheint.

US-Senat hatte für mehr Mitsprache im Iran-Krieg gestimmt

Bereits vor rund zwei Wochen hatte der US-Senat erstmals für eine stärkere Kontrolle der Kriegsführung im Iran gestimmt. Möglich wurde die Mehrheit durch vier Republikaner, die mit der Linie ihrer Partei brachen.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

27.06.2026 USA melden erste Angriffe gegen Iran seit Rahmenabkommen Die USA beschuldigen den Iran, ein Schiff in der Straße von Hormus attackiert zu haben - und greifen iranische Ziele an. Der Iran schlägt nach eigener Angabe zurück. Schweigen die Waffen jetzt wieder? 27.06.2026 «Erster Schritt»: Israel und Libanon schließen Vereinbarung Vertreter Israels und des Libanons schließen eine Vereinbarung, um den Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah zu beenden. Doch ein Frieden scheint noch in weiter Ferne. 27.06.2026 US-Militär: Haben Angriffe gegen Iran durchgeführt Die USA beschuldigen den Iran, ein Schiff in der Straße von Hormus attackiert zu haben - und greifen iranische Ziele an. Was bedeutet das für die Bemühungen um eine dauerhafte Beilegung des Kriegs? 26.06.2026 Libanon und Israel verhandeln weiter - neue Zwischenfälle Die Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah bleibt brüchig. Dennoch gehen die Verhandlungen zwischen Israel und dem Nachbarland weiter. Die USA wollen eine Einigung vermitteln.