Arbeitsplätze

Valeo baut weitere Stellen ab

16. Januar 2026 , 11:58 Uhr

Dass es der Automobilindustrie in Deutschland schlecht geht, ist nicht neu. Für immer mehr Beschäftigte in Bayern sind die Folgen nun schmerzlich spürbar.

Der Autozulieferer Valeo baut 134 Arbeitsplätze am Standort Ebern in Unterfranken (Landkreis Haßberge) ab. Der Abbau betrifft vor allem Forschung und Entwicklung, teilte das Unternehmen auf Nachfrage mit. Demnach werden 97 Stellen komplett gestrichen, weitere 37 sollen nach Erlangen verlagert werden. «Wir wollen die Forschung und Entwicklung stärker an einzelnen Standorten zentrieren», sagte ein Valeo-Sprecher. In Deutschland sei dies Erlangen. Der Hauptsitz von Valeo ist in Paris.

Neben Ebern sind weitere Valeo-Werke vom Stellenabbau betroffen. Bereits am Mittwoch war bekanntgeworden, dass das Werk in Bad Neustadt schließt. Dort verlieren den aktuellen Plänen zufolge 143 Menschen ihren Job, 40 soll ein Wechsel nach Erlangen angeboten werden. 

Auch in Bad Rodbach im Landkreis Coburg fallen laut Valeo bis Ende 2028 Stellen weg, dort sogar 230, davon rund 100 in der Produktion, etwa 70 in der Forschung und Entwicklung sowie weitere circa 60 in unterstützten Funktionen wie der Verwaltung. Der Bereich Systementwicklung soll laut Valeo jedoch am Standort gestärkt werden. In Bad Rodbach werden Thermokomponenten wie Klimaanlagen produziert. 

Am Standort Ebern werden hingegen Gummi- und Metallkomponenten gefertigt. Der jetzige Stellenabbau ist nicht der erste: Valeo hatte dort vor einem Jahr bereits 280 Arbeitsplätze gestrichen. Derzeit sind 766 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Ebern beschäftigt. Gut 600 werden daher zumindest vorerst bleiben. Verglichen mit 1.650 Beschäftigten vor zehn Jahren ist das jedoch wenig, wie die IG Metall betont. Seit Jahren hätten Betriebsrat und Gewerkschaft auf Probleme in der Kostenstruktur sowie überbordende interne Bürokratie und ineffiziente Abläufe hingewiesen. 

Als Grund für die aktuellen Maßnahmen verweist Valeo auf die allgemein angespannte Situation in der Automobilbranche. «Der Übergang zur E-Mobilität ist stockend und der Wettbewerb aus Asien nimmt zu», so der Sprecher. «Das ist knallharte Realität der Zulieferer in Europa und setzt und sehr unter Druck.» Forschung und Entwicklung müsse daher neu gedacht werden.

Quelle: dpa

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