Karriere von Trump-Anhänger

Verurteilter Kapitolstürmer arbeitet jetzt fürs Pentagon

05. Juni 2026 , 11:39 Uhr

Einst mit Metallstange beim Kapitolsturm dabei und dafür verurteilt, arbeitet Elias Irizarry nun im Pentagon. Die US-Regierung unter Trump weiß eine solche «patriotische Fachkraft» zu schätzen.

Ein verurteilter Kapitolstürmer ist mittlerweile beim US-Verteidigungsministerium angestellt und dort Berichten zufolge mit äußerst sensiblen Angelegenheiten betraut. Elias Irizarry arbeite als «politisch Ernannter» im Pentagon, bestätigte ein Ministeriumssprecher die Personalie auf der Plattform X, über die zuerst die «Washington Post» berichtet hatte. Irizarry sei «eine qualifizierte, patriotische junge Fachkraft» und man sei stolz, ihn im Kriegsministerium zu haben, erklärte Sprecher Joel Valdez.

Wer genau ihn dort einstellte, ist unklar: Normalerweise vergebe das Büro des Verteidigungsministers jene politischen Posten, manchmal sei es auch das Weiße Haus direkt, schreibt die «New York Times». 

Der «Washington Post» und weiteren US-Medien zufolge arbeitet Irizarry seit vergangenem Jahr dort in einer Abteilung, die sich mit besonders delikaten Aufgaben wie irregulärer Kriegsführung und Terrorabwehr befasst. Alle Positionen darin erforderten eine extrem hohe Sicherheitsfreigabe-Stufe. Auch intern frage man sich, wie jemand, der mit einem Angriff auf die US-Demokratie in Verbindung steht, auf einen solch sensiblen Posten rücken konnte, schrieb die US-Zeitung.

Tote bei Krawallen an Washingtoner Parlamentssitz

Am 6. Januar 2021 waren Anhänger des damals abgewählten Präsidenten Donald Trump ins Kapitol eingedrungen, wo die US-Kongressabgeordneten Joe Bidens Sieg formal bestätigen sollten. Unter den Randalierern war auch der damalige Militärakademie-Kadett Irizarry, der durch ein kaputtes Fenster kletterte. Aufnahmen zeigten den zu dem Zeitpunkt 19-Jährigen mit einer Metallstange in der Hand, mit der er allerdings niemanden verletzt haben soll. Trump hatte seine Unterstützer zuvor über Wochen hinweg mit unbelegten Behauptungen angestachelt, ihm sei der Wahlsieg durch Betrug gestohlen worden. Infolge der Krawalle kamen fünf Menschen ums Leben.

Bei seiner späteren Verurteilung hatte Irizarry tiefe Reue für das Mitwirken am Kapitolsturm gezeigt. «Ich schäme mich, weil ich für immer Teil dieser Schande sein werde», zitierten US-Medien aus seiner Anhörung. Für das Betreten und Verbleiben in einem verbotenen Bereich erhielt er eine 14-tägige Gefängnisstrafe, seine Militärakademie konnte er später den Berichten zufolge überzeugen, ihn wiederaufzunehmen. Trump begnadigte Irizarry gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit als Präsident – wie fast alle, die im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol verurteilt wurden.

Quelle: dpa

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