KI und Literatur

Warum Martin Suter KI-Texte nicht fürchtet

20. Oktober 2026 , 09:00 Uhr

KI sei Wissen, nicht Intelligenz, sagt der Schweizer Autor Martin Suter. Gefühle zu haben, sei der Trumpf im Ärmel der Autorinnen und Autoren. Was ihn dennoch an der Entwicklung beruhigt.

Der Schweizer Bestsellerautor Martin Suter fürchtet angesichts der Künstlichen Intelligenz (KI) nicht um die Literatur. «Die KI kann einen Liebesroman schreiben, aber sie kann nicht fühlen, wie es ist, verliebt zu sein», sagt Suter der dpa. «Ich glaube, das ist unser Trumpf im Ärmel. Wir fühlen die Gefühle, die wir beschreiben. Und das, wenn man ein bisschen sensibel ist, merkt man beim Lesen.»

Suter betont den Unterschied zwischen Wissen und Intelligenz. «Wir merken doch den Unterschied zwischen einem Menschen, der Wissen hat, also der viel gelernt hat, und einem intelligenten Menschen. Das ist meine Hoffnung, dass wir diesen Unterschied auch in Zukunft spüren.»

Gefahr: Gewöhnung

Ein Freund habe ihm einmal ein paar Seiten zugeschickt, die er von einer KI «im Stil von Martin Suter» erstellen ließ. Das Ergebnis habe ihn sehr beruhigt, sagt Suter – das sei mit seinen Texten nicht zu verwechseln gewesen. Es sieht aber ein Problem: Im Laufe der Zeit dürften immer weniger Leute merken, wenn etwas nicht echt ist, «denn man gewöhnt sich ja an diese Art».

Suters neuer Roman «Ein und Alles» kommt am 21. Oktober heraus – selbst geschrieben, wie er betont.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

23.10.2026 Iron-Maiden-Legende Nicko McBrain: «Ich war ein Arschloch» Über 40 Jahre trommelte Nicko McBrain für Iron Maiden. Seine Memoiren über Allüren, einen Faustschlag und den Abschied nach einem Schlaganfall stellt er in Frankfurt, Köln, Berlin und München vor. 16.10.2026 Bestsellerautorin Isabel Allende erhält Planeta-Preis Ein Roman, der an «Das Geisterhaus» anknüpft, bringt Isabel Allende den 75. Planeta-Preis und eine Million Euro ein. Darin kehrt Alba Trueba in ihr Elternhaus zurück. 16.10.2026 Vor 40 Jahren: Der erste Mensch auf allen Achttausendern Es war ein harter Wettkampf. Aber am 16. Oktober 1986 stand Reinhold Messner auf dem Lhotse - der letzte Himalaya-Gipfel, der ihm gefehlt hatte. Heute beschäftigt ihn das nicht mehr groß. Sagt er. 11.10.2026 Ex-Bergsteiger Messner will kein Grab In diesen Tagen ist es 40 Jahre her, dass der Südtiroler auf allen Achttausendern der Welt ganz oben stand. Er habe Glück gehabt, sagt er. Und spricht auch davon, wie es später weitergehen soll.