Aktuelle Statistik

Weniger Gewalttaten gegen Bayerns Beamte

05. Mai 2026 , 15:59 Uhr

Lehrer, Polizisten, Finanzbeamte - immer wieder werden Beschäftigte des Freistaates Opfer von Gewalt. Die Statistik gibt zwar Grund zur Hoffnung, in einigen Bereichen ist der Trend aber bedenklich.

Bayernweit sind im vergangenen Jahr weniger Beamte bei der Arbeit Opfer von Gewalttaten geworden als im Vorjahr. «Wir konnten in 2025 einen Rückgang von fünf Prozent auf 8.344 angezeigte Gewaltvorfälle verzeichnen. Dennoch ist jeder Gewaltvorfall ein Vorfall zu viel», sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) unter Verweis auf die neuste Statistik. 

Menschen, die ihre Arbeitskraft in den Dienst der Gesellschaft stellten, verdienten Respekt und umfassenden Schutz bei ihrer Tätigkeit. «Gewalt gegen Beschäftigte ist indiskutabel und wird im Freistaat in keinster Weise toleriert.»

Deutlich mehr Gewaltvorfälle an Bayerns Schulen

Es bestehe weiterhin Handlungsbedarf, so Füracker. Die Zahlen innerhalb der einzelnen Ressorts würden sich erheblich unterscheiden: Während etwa im Geschäftsbereich des Innenministeriums sowie im Bereich der Justiz ein Rückgang um 490 angezeigte Vorfälle (6,2 Prozent) beziehungsweise um 33 angezeigte Vorfälle 6,1 Prozent) zu verzeichnen war, gab es im Ressort Kultus einen Anstieg um 92 angezeigte Gewaltvorfälle – das waren knapp 57 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Auch das Wissenschaftsministerium teilte einen Anstieg um 25 angezeigte Gewaltvorfälle mit und damit ein Plus von mehr als 80 Prozent.

Gewaltschutzprogramm gibt es in Bayern schon seit fünf Jahren

Zum Schutz der bayerischen Beamten wurde vor fünf Jahren ein Gewaltschutzprogramm ins Leben gerufen. Die rückläufigen Zahlen zeigten, dass es wirke, so Füracker. «Wir passen unser Programm daher gemeinsam mit dem Bayerischen Beamtenbund (BBB) laufend an die aktuellen Herausforderungen an und erweitern und verbessern unser Schutzkonzept kontinuierlich.» 

Die rückläufigen Angriffszahlen sind umso bemerkenswerter, da sich die Gesamtzahl der Beschäftigten des Freistaates 2025 massiv erhöhte – von knapp 338.000 Beschäftigten auf gut 354.000 Beschäftigte.

Der Beamtenbund forderte unterdessen eine Ausweitung der Gewaltstatistik auf die kommunale Ebene. «Auf dieser Ebene fehlen uns gänzlich Erkenntnisse zur Entwicklung dieses Gewaltphänomens», sagte der BBB-Vorsitzende Rainer Nachtigall.

Quelle: dpa

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