Wohnen

WG, Wohnung oder «Hotel Mama» - so leben Bayerns Studierende

16. Juli 2026 , 09:00 Uhr

Nach der Schule zieht es viele Abiturienten an die Universität. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass auch das eigene Kinderzimmer verlassen wird. Vor allem ein Geschlecht bleibt gern daheim.

Knapp jeder dritte Studierende in Bayern wohnt bei den eigenen Eltern. Mit 29,7 Prozent liegt der Anteil der Nesthocker im Freistaat damit knapp über dem Bundesdurchschnitt mit 27,9 Prozent. Nicht mal jeder Fünfte (17,8 Prozent) lebt in einem Wohnheim – bundesweit sind dies mit 15,2 Prozent sogar noch weniger. Dies geht aus einer Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hervor.

Elternhaus bleibt die beliebteste Wohnform, besonders bei Männern

Im Rahmen der Befragungen für das CHE Hochschulranking hatten mehr als 87.000 Studierende in den sogenannten grundständigen Studiengängen, also Bachelor und Staatsexamen, Angaben zu ihrer Wohnsituation und ihrem Weg zur Hochschule gemacht. Dabei fiel auf, dass der Anteil der Studentinnen und Studenten im «Hotel Mama» ansteigt – 2003 lag er bundesweit bei nur 22,4 Prozent und dürfte eine direkte Folge der massiv gestiegenen Mietpreise sein.

Dem vermeintlich «starken Geschlecht» fällt der Abschied aus dem Elternhaus dabei offensichtlich deutlich schwerer: Der Geschlechtervergleich zeigte, dass rund ein Drittel der Männer noch zu Hause wohnte, bei den Frauen war es weniger als ein Viertel der Befragten.

WG-Zimmer und private Wohnungen liegen fast gleichauf

Private Mietwohnungen liegen bei den Studierenden in Bayern mit 23,6 Prozent laut Umfrage leicht vor einer Wohngemeinschaft (23,4 Prozent). Hier liegt der Freistaat in beiden Fällen unter dem Bundesschnitt von 27,8 Prozent bei privaten Mietwohnungen und 24,8 Prozent in Wohngemeinschaften.

Ihren Weg zur Universität oder Hochschule legen Bayerns Studierende meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück – 61 Prozent nannten Bus und Bahn als Verkehrsmittel ihrer Wahl. Das Auto fristet dagegen nur ein Randdasein mit 27,6 Prozent – generell dürfte der Anteil außerhalb der Ballungszentren mit einem guten ÖPNV-Netz höher liegen als in den Städten. 

Zu Fuß oder mit dem Rad – Studierende wohnen oft am Hochschulort

Immerhin 31,1 Prozent und damit fast jeder dritte Studierende kommt regelmäßig zu Fuß zur Uni, etwas weniger (29,5 Prozent) radeln zu Vorlesungen und Seminaren. Bei der Wahl des Wohnortes präferieren die Studierenden übrigens in Bayern wie auch im übrigen Bundesgebiet den jeweiligen Hochschulort (63,1 Prozent) – dagegen wohnen im Freistaat nur 6,9 Prozent weiter als 50 Kilometer von ihrer Hochschule entfernt.

Quelle: dpa

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